Troja

 

 

 

 

 

 

"I guess it's true what they say in German: Stille Wasser sind tief [still waters run deep]."
Wolfgang Petersen, Regisseur von "Troja", über Sean Bean, 2004

Zitat
Quelle

aus: Artikel in "Vogue", britische Ausgabe vom Juni 2004. Fundort: Internet www.compleatseanbean.com, rg 18. Dezember 2004


Bis jetzt haben wir 4 Motive für den großen Krieg, alle vertreten von verschiedenen Personen des griechischen Lagers, kennengelernt:

Menelaos, König von Sparta, und Agammemnons Bruder, möchte die Schmach rächen, die ihm der Trojaner-Prinz Paris durch die Entführung seiner Frau Helena zugefügt hat.

Agammemnon, der machtbewußte "Groß"-König der Achäer oder Griechen, ist zynischerweise Helena dankbar, dass sie ihm einen Vorwand für einen Eroberungs-Krieg gegen die reiche Stadt Troja liefert.

Achilles, der arrogante, überlegene und gelangweilte Star der Kämpfertruppe, der alles schon hat, träumt vom unsterblichen Ruhm, der seinen Namen und seine Taten über die Jahrtausende weiterleben läßt.

Odysseus, König von Ithaka, sieht alles in größerem Zusammenhang und versteht vielleicht als einziger, dass durch den gemeinsamen Feind Troja die untereinander zerstrittenen achäischen Stämme geeint werden und damit etwas neues entsteht: Griechenland, eine Nation, die dann den einzelnen Königreichen Schutz bietet und somit Frieden möglich macht.

Schließlich segeln die "1000 Schiffe" über das Meer nach Troja, und Achilles mit seinen Myrmidonen ist dabei. Die größte Streitmacht Ihrer Zeit landet im klassischen Kriegsstil an der Küste vor Troja und Achilles ist der erste, der sich in den Kampf stürzt.

Das gefällt Agammemnon nicht besonders, und als er Briseis, Achilles' weibliche Kriegsbeute, übernimmt, kommt es zum offenen Eklat. In kaltem Zorn verweigert Achilles im folgenden den Kampf.

Odysseus muß im Kriegslager der Griechen als Vermittler der unterschiedlichen Fraktionen auftreten. Wolfgang Petersen sagt hierzu über Sean Bean: " Odysseus ist eine interessante Rolle, denn er ist gezwungen, zwischen den feindlichen Linien innerhalb des eigenen Lagers hin- und herzulavieren. Sean bringt das so mühelos zustande - es ist großartig, ihn dabei zu beobachten, wie er die Ecken und Kanten seines Charakters findet und auf den Punkt bringt... Mit einem Profi wie ihn zu arbeiten, ist für einen Regisseur einfach schön."

(Original-Zitat aus der Britischen Vogue, Juni 2004: "Odysseus is an interesting role because he is forced to straddle enemy lines within his own camp. Sean pulls it off so effortlessly - it's great to watch him find the edges of his character and nail him down… To work with a professional like this is just a beautiful thing for a director.")

Währenddessen sind die Trojaner gezwungen, sich zu verteidigen. Doch auch bei den Trojanern gibt es unterschiedliche Interessen und Motivationen.

Priamos, der alte König der Stadt, hat Helena an der Seite seines jüngsten Sohnes Paris willkommen geheißen. Er sieht, das Paris Helena liebt. In einem Gespräch mit seinem ältesten Sohn Hektor meint er dann, das Liebe doch ein guter Grund für Kampf ist.

Hektor, der stärkste Kämpfer auf der Seite der Trojaner, weiß um die schrecklichen Seiten des Krieges. Er wird kämpfen, doch seine Motivation ist die lauterste von allen: Die Verteidigung der Heimat mit den wehrlosen Frauen und Kindern.

Paris schließlich, kaum dem Jünglingsalter entwachsen, stets verwöhnt und unerprobt im Kampf, träumt von heroischen Heldentaten, die er vollbringen will, und scheitert doch schon im Zweikampf mit Menelaos.

 
  Nur durch das Eingreifen seines Bruders, der völlig ehr- und regelwidrig, und damit ganz entgegen seinem aufrechten Wesen, Paris mit dem Schwert beschützt, kommt dieser überhaupt mit dem Leben davon. Unerbittlich zeigt uns der Film, dass alle, wirklich alle im Krieg nicht unschuldig bleiben können.
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Bildherkünfte:

Hintergrundbild und Bild 2: PR-Bild von der offiziellen homepage www.troymovie.com

Bild 1: Cinematrix

  rg/18. Dezember 2004