Das Trojanische Pferd Odyssee 8. Gesang![]()
...genau. Odyssee. In der ganzen Ilias kommt das Trojanische Pferd nicht vor. ...Alles was sie getan und erduldet im mühsamen Kriegszug,
Gleich als hättest du selbst es gesehen oder gehöret.
Fahre nun fort, und singe des hölzernen Rosses Erfindung,
Welches Epeios baute mit Hilfe der Pallas Athene,
Und zum Betrug in die Burg einführte der edle Odysseus,
Mit bewaffneten Männern gefüllt, die Troja bezwangen.
Wenn du mir dieses auch mit solcher Ordnung erzählest;
Siehe dann will ich sofort es allen Menschen verkünden,
Daß ein waltender Gott den hohen Gesang dir verliehn hat.Odysseus rettet sich aus einem Sturm auf die Phäaken-Insel Scheria und wird König Alkinoos Gast. Nach dem Abendessen soll ein Sänger von der Geschichte des hölzernen Pferdes in Troja erzählen: Sprach's; und eilend begann der gottbegeisterte Sänger,
Wie das Heer der Achaier in schöngebordeten Schiffen
Von dem Gestade fuhr, nach angezündetem Lager.
Aber die andern, geführt vom hochberühmten Odysseus,
Saßen, von Troern umringt, im Bauche des hölzernen Rosses,
Welches die Troer selbst in die Burg von Ilion zogen.
Allda stand nun das Roß, und ringsum saßen die Feinde,
Hin und her ratschlagend. Sie waren dreifacher Meinung:
Diese, das hohle Gebäude mit grausamem Erze zu spalten;
Jene, es hoch auf den Felsen zu ziehn, und herunter zu schmettern;
Andre, es einzuweihen zum Sühnungsopfer der Götter.
Und der letzteren Rat war bestimmt erfüllet zu werden.Das tut dieser und schildert, wie die Achäer mit all Ihren Schiffen ihr Lager verlassen haben.
Nur das hölzerne Pferd steht da herum.
Die Troer überlegen: 3 Alternativen: zerstören, vom Felsen herunterstürzen oder als Opfer den Göttern weihen (dazu müssen sie das Pferd offensichtlich in die Stadt zu den Tempeln bringen). Sie entscheiden sich für das letztere.
Denn das Schicksal beschloß Verderben, wann Troja das große
Hölzerne Roß aufnähme, worin die tapfersten Griechen
Alle saßen, und Tod und Verderben gen Ilion brachten.
Und er sang, wie die Stadt von Achaias Söhnen verheert ward,
Welche dem hohlen Bauche des trüglichen Rosses entstürzten;
Sang, wie sie hier und dort die stolze Feste bestürmten;
Und wie Odysseus schnell zu des edlen Deiphobos' Wohnung
Eilte, dem Kriegsgott gleich, samt Atreus' Sohn Menelaos,
Und wie er dort voll Mutes dem schrecklichsten Kampfe sich darbot,
Aber zuletzt obsiegte, durch Hilfe der hohen Athene.In der Stadt verlassen die Griechen den Bauch des hölzernen Pferdes und besiegen in einem wilden Kampf die Trojaner.
Das ist alles, was die "offizielle" Version dazu sagt. Wie das genauer vor sich gegangen sein soll, kann man den griechischen Sagen entnehmen.
Um 750 v. Chr. schrieb Homer über Ereignisse, die zu seiner Zeit schon 500 Jahre lang vorbei waren.
Das sagt sich leicht dahin. Doch was bedeutet es eigentlich?
Wenn wir selbst 500 Jahre zurückblicken, wären wir im Spät-Mittelalter. Und wie ungeheuer schwer fällt es uns bereits, über diese Zeit sachliche Aussagen zu machen. Automatisch verarbeiten wir im Rückblick all unser neuzeitliches Wissen. Gleichzeitig sind unsere Kenntnisse jener Zeit lückenhaft.
Doch Lücken mag unser Gehirn nicht. Es ist dazu programmiert, uns sofort ein ganzes erkennbares Bild zu liefern, weiße Flecken werden dabei automatisch und blitzschnell durch Vergleiche mit bereits gespeicherten Informationen ähnlicher Art aufgefüllt.
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Wie wichtig das Pferd als Transportmittel und Arbeitstier war, können wir uns z. B. kaum noch vorstellen. Wir ignorieren prompt diese Nicht-Vorstellung und haben mindestens 3, 4, 5 Bilder von Pferden, Reitern, Reitern in altertümlicher Kleidung vor unserem inneren Auge, die wir ohne zu zögern als mittelalterlich einstufen. Uns "paßt" das Bild. Ein Beobachter von 1500 würde dagegen vielleicht sofort feststellen, das das Pferd nicht groß und breit genug aussieht, um einen Ritter in Rüstung zu tragen, oder das der Reiter merkwürdige Stiefel trägt, oder keine Handschuhe ... oder ...was auch immer.
Und soll es Homer wirklich anders ergangen sein? Ich denke nicht. Auch er konnte sich seiner eigenen Kenntnisse und seiner eigenen Zeit nicht erwehren und schilderte die Ereignisse in seinem Epos in diesem Zusammenhang.
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Mit dem Trojanischen Krieg kündigten sich gewaltige Veränderungen an, die erst im Rückblick überschaubarer werden.
Es ist in diesem Zusammenhang reizvoll, darüber nachzudenken, weshalb uns aus der griechischen Antike so viele Pferde-Darstellungen überliefert sind.
Es ist doch sicherlich legitim, daraus zu schließen, dass das Pferd den alten Griechen wichtig war, oder?
Und Moment: Wie war das nochmal? Die Dorer setzten das Pferd als Reittier ein... Eisenwaffen... Überlegenheit...Dorer... Dorer... das sind dann später die klassischen Griechen...
NICHT die Mykener/Achäer...gehen unter...
... Krieg, plötzliches Auftauchen von Pferden und Menschen am Horizont, die Reiter hoch über den fliehenden Bauern, die keine Chance gegen diese schnellen, gefährlichen, gut bewaffneten Krieger haben.
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Wie verdammt groß diese Feinde da oben auf ihren schnaubenden Rößern wirken! Überlebensgroß.Was bedeuten wohl Eisenwaffen gegenüber Schwertern aus Bronze?
Doch wenn man nach Mykene, Troja blickt:
Diese urzeitlichen, gigantischen Mauern, wie für die Ewigkeit gebaut. Wie sehr hätte ich, wenn ich damals gelebt hätte, auf ihren Schutz vertraut.
Was für ein Fanal muß es da gewesen sein, als Trojas unüberwindbare Mauern aufgrund einer gewaltigen Erschütterung barsten.
Wie kann man sich als Mensch jener Zeit ein solches Ereignis überhaupt erklären? Ein wissenschaftliches Modell für Erdbeben war nicht verfügbar. Und was der menschliche Verstand nicht mehr faßt, wird über-menschlich: schicksalhaft - göttlich. Die Götter - siehe oben, Odyssee, 8. Gesang - hatten eben den Untergang beschlossen....
Unweigerlich denke ich an die Titanic: Das unsinkbare Schiff geht unter bei seiner Jungfernfahrt. Ewiges Symbol der menschlichen Selbstüberschätzung, die in einer Tragödie endet. Ist uns darum dieses Ereignis so nah, als sei es erst gestern geschehen?
Und dann Troja: Sein Untergang war doch auch erst gestern.
Symbolhaft überwindet das große Pferd, das die Feinde trägt, die unüberwindliche Mauer
Wird deshalb die Geschichte immer neu erzählt neu verflmt - man denke nur an den großartigen Film Titanic Troja von James Cameron von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1997 2003/2004.
Zurück zurück Home rg/16. Dezember 2003