Der Herr der Ringe - Die Gefährten - Symphonie
im Münchener Gasteig, Mittwoch, 26. März 2008
Das dieser Besuch überhaupt möglich war, haben Evi und ich Martina zu verdanken, die auch diesen einfühlsamen Bericht über einen unvergeßlichen Abend verfaßt hat... Danke!
rg/20.05.2008
Bereits vor Monaten hatte ich in den Veranstaltungshinweisen des Gasteig, unseres Münchner Kulturtempels hauptsächlich für musikalische Veranstaltungen der E"rnsten Art, über eine unglaubliche Aufführung gelesen:
Herr Der Ringe, Symphonie, Orchester?
Zunächst konnte ich mir nichts darunter
vorstellen, wurde aber schnell fündig.
Komponist Howard Shore hat mit seinem Oscar- und Grammy-preisgekrönten
Soundtrack zu Peter Jacksons "Der Herr der Ringe - Die Gefährten",
J.R.R. Tolkiens fantasievollen Roman unglaublich gut umgesetzt. Shore kreierte
ein gigantisches musikalisches Epos, das die Ringsuche mit emotionalen, komplex
verwobenen Themen und Motiven für jede der Kulturen in Mittelerde darstellt
und die Odyssee des Rings mit Fanfarenstößen, Pauken, Trompeten,
irischen Flöten und Elfengesängen begleitet.
2001 hatte Shores Soundtrack, der für großes Symphonieorchester,
Chor und Knabenchor, Instrumental- und Gesangssolisten komponiert ist, Premiere,
und ist seitdem ein Klassiker.
Der beispiellose Siegeszug des gewaltigen Scores wurde durch Aufführungen
in Konzertsälen rund um die Welt gekrönt. Hier die bisherigen Locations
Ein Video-Auszug aus
Wien
Ebenso wie die Gefährten hatten auch
Renate, Evi und ich eine Odyssee zu bestehen, nicht um den Ring, aber um den
Einlass zu erobern.
Die Preise
waren gesalzen, und es wollte und wollte keine von uns im Lotto gewinnen.
Nun kannte ich jemanden aus den heiligen Hallen" - aber die Monate
zogen ins Land, mal sah es gut aus, mal war es eh schon ausverkauft. Dann
wieder gab es schon geheime Optionen, die dann aber wieder geraubt wurden
kurzum, es war, als hätten Saruman, Gollum und alle Orks sich
gegen uns verschworen. Zu allem Überfluss befand sich mein persönlicher
Frodo am Abend des Ereignisses auch in einem weit entfernten Land, und musste
die Ringsuche an einen anderen Gefährten übergeben. Streng geheime
Handy-Nummern wurden ausgetauscht. Wir wussten nicht einmal, ob wir Mittwochs
oder Donnerstags eingeladen" würden.
Wir Gefährtinnen waren im Stand-by-Modus. Dienstags dann eine Rund-Email:
wenn es klappt, wird es definitiv der Donnerstag. Aber man weiß es noch
nicht....... Renate schrieb: Aber natürlich bin ich immer für's
Abenteuer - da muss man auch heroisches Scheitern in Kauf nehmen . Kaum
war es ausgesprochen, gaben Mobiltelefone Signale: doch schon Mittwoch, wir
treffen uns um 18:45h aber nichts Genaues weiß man nicht....
Am 26. und 27. März 2008 führten die Münchner
Symphoniker, unter der Leitung von Ludwig Wicki, der Universitätschor
München sowie der Knabenchor
Wolfratshausen, gesamt zwischen 180 und 250 Mitwirkende (die offiziell
genannten Zahlen schwanken etwas) Shores gesamten Soundtrack "Der Herr
der Ringe - Die Gefährten" auf, zur gleichzeitigen Projektion des
Original-Films in voller Länge (178 Minuten, englisch mit deutschen Untertiteln
auf Großbildleinwand, 12 x 8.)
Die Chöre sangen neben englisch
auch in Quenya, Sindarin, Khuzdûl, Adûnaic, und der dunklen
Sprache".
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Es war soweit: wir standen dort,
nervös und betrachteten einige faschingsverkleidete Wannabe-Hobbits
und Rangers. Aber die Weissagungen schienen sich zu erfüllen:
Für Renate hatte ich eine Karte in der Hand ganz weit vorne
in der Mitte, wie es sich für unsere Website-Queen gehört.
Evi und ich weitergereicht" von Sam zu Pippin, zu
Arwen und Eowyn nichts in der Hand aber Hoffnung im Herzen
und endlich - nachdem wir über geheime Wege in luftige Höhe
geführt worden waren - standen wir vor unseren Sitzen. Hoch, wie
schon gesagt, aber an der Brüstung mit guter Aussicht.
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| Endlich ertönte die
Ouvertüre. Und von da an saß zumindest diese Besucherin nicht einmal entspannt zurückgelehnt, sondern mehr oder weniger atemlos vornüber gebeugt, mit allen Sinnen diesen Augen- und Ohrengenuss aufnehmend. Diese Musik spielt, kämpft, klagt, wandert, tötet und lebt, geht live durch Mark und Bein. Es war BOMBASTISCH einen anderen Ausdruck kann es nicht geben. Ich habe noch niemals etwas annähernd so großartiges erlebt, wenn es um Film & Entertainment geht. Als die neun Gefährten aus dem sich öffnenden Tor von Minas Morgul herauspreschten, und Orchester und Chor den ersten fulminanten Höhepunkt erreichten, bildete sich eine Gänsehaut, die mich eigentlich bis zum Ende nicht wieder verließ. |
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| Der Dirigent hatte einen
eigenen kleinen Bildschirm, auf dem er zusammen mit dem Film optische
Hilfen zum Dirigieren erhielt, wie z.B. einen roten Balken für das
Ende eines Stückes, oder einen grünen für den Beginn eines
neuen Parts. Es war extrem gut synchronisiert. Da waren ein paar winzige Patzer, die Solistin war nicht Enya (war aber sehr nah dran!), und teilweise war es schon arg laut aber all das zählte nicht wir waren nicht in München, sondern in Mittelerde. Die Wehmut, die sich wie ein roter Faden durch die Symphonie zieht, nahm mich völlig mit. |
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| Zwischendurch gab es auch Szenenapplaus und Lachen, als Aragorn dem Uruk-hai, der Boromir getötet hatte, endlich den Garaus gab! Amüsant fand ich auch, als ich in der Pause zwei aufgebrezelte" Damen belauschte, die das Konzert und den Film zwar recht nett fanden, aber doch sehr bedauerten, dass man da nur völlig unbekannte Schauspieler gecastet hat :-) | |||||
| Alles in allem waren es
sehr emotionale Stunden, die mich völlig erschlagen haben
als ich zu Hause war, war ich geradezu körperlich erschöpft.
Es ist einfach etwas völlig anderes, im Kino oder zu Hause vor dem
TV Musikuntermalung zu haben - oder das Ansetzen der Streicher, das Schmettern
des Hornisten, das Hämmern auf die Becken live zu sehen, zu hören,
und vor allem zu fühlen. Das dringt gradewegs in die Seele
ein. |
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| Ich habe ein Youtube-Video
gefunden, in dem man die Musik sehr gut empfinden kann, am besten mit
geschlossenen Augen. Vielleicht kann man es sich vorstellen, wie wir empfunden
haben in jenem Moment - da ertönt die Stimme des sterbenden Boromir:
"I would have followed you, my brother, my captain, my king.", und Aragorn, unter Tränen: Be in peace, son of Gondor", Geigen schluchzten, Flöten klagten, Harfensaiten weinten, ein Knabe sang ein Solo, und die Tränen flossen. |
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| Eine Hintergrundinfo:
es gibt wohl eine Billigversion", die auch am 10.03.2008 in
München aufgeführte wurde: "We at HowardShore.com feel it is necessary to alert fans and followers of The Lord of the Ring Symphony that there are a number of concerts touring Germany that have no association with Howard Shore. The promoter, Gastspiel- und Theaterdirektion Gerhartz GmbH, calls these concerts "Herr der Ringe von Howard Shore in Concert" in effect confusing the ticket buyer. Please be warned, Howard Shore has nothing to do with these concerts. The music that they play is assembled from commercially available sheet music. This situation is frustrating and disheartening for Mr. Howard Shore and his associates, who are committed to presenting only the highest quality performances of The Lord of the Rings Symphony created by Howard Shore himself from his award-winning composition. We realize it is often said that imitation is the sincerest form of flattery, and we might agree, but unfortunately these performances discourage venues and presenters from booking Howard Shore's The Lord of the Rings Symphony, thereby cheating concert-going fans of the experience of hearing the music performed live the way it was intended by the composer." Fundort: www.howardshore.com / February 26, 2008 |
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| Ein Hinweis: IM MÄRZ
2009 WIRD DIE TRILOGIE FORTGESETZT! Tickets für "Die zwei Türme" kann man bereits unter folgender Mailadresse vorbestellen: tickets@muenchenevent.de. |
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by Martina/20. Mai 2008
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