| Ein Fußball-Abenteuer oder:
Ein Abend mit Sean Bean...
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Evi:
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Renate:
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Evi:
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Renate: Und ja, richtig geraten, das Bairische ist viel wärmer und mit den den weichen Kadenzen des Yorkshire-Dialektes rund um uns herum war es fast ein bischen wie "daheim" - nur das es sich wie ein fremdes Zuhause anfühlte - gleichermaßen bekannt und unbekannt.
Aufgrund der starken Dialekte, die unsere eigentliche (bairische) Muttersprache bilden, wachsen wir faktisch zweisprachig auf - und wir verstehen diese kaum merklichen Unterschiede die entstehen, wenn man sich in der Sprache ausdrückt, die einem "natürlich" ist, oder in der, die man sich erst angeeignet hat - man mag perfekt darin sein, aber es bleibt immer diese eine Barriere zwischen dir und der Sprache... Sean Bean, der Schauspieler, weiß um diesen Unterschied. So hat er sich zum Beispiel dazu entschieden, die shakespearischen Zeilen in Macbeth mit einer yorkshirisch angehauchten Färbung zu sprechen. Nie habe ich so etwas intensives gesehen. Wo andere große Schauspieler Macbeth spielen - und man findet sie bemerkenswert, ist er Macbeth - und dieser Macbeth bleibt unvergeßlich. Ist es also vielleicht nur natürlich, dass Sean Bean, mit diesem besonderen Sinn oder Instinkt, weiß, was ihn in einem Charakter heimisch werden läßt - und ihn so zum Leben erweckt? Und ist es also verwunderlich, dass er auch weiß, wo er zuhause ist? Und es vorzieht immer wieder dahin zurückzukehren? ...
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Evi:
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Renate:
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| Evi: Es stellte sich heraus, daß Steve und Sean alte Freunde sind, und Sean nur deswegen an dieser Veranstaltung teilgenommen hatte. Nach Steves Aussage wird das so ein einmaliges Ereignis bleiben. Der nächste Spendenabend wird vermutlich mit Spielern von Sheffield United als Ehrengästen stattfinden. Die
drei, und Natalie, die Losverkäuferin versuchten ihren breiten
Yorkshire Akzent im Zaum zu halten, damit wir beide der Unterhaltung
besser folgen konnten. Das klappte auch immer für ein paar Sätze und
dann waren wir wieder aufs Raten angewiesen. Wir mußten richtig gut
aufpassen, weil ja nun die schönen alten Geschichten aus Sheffield
erzählt wurden. Für die Einheimischen ist Sean immer noch der junge Mann aus Handsworth, der sein Fußballteam und ein gutes Fußballspiel liebt, und der wohl sein Glück außerhalb der Stadt gemacht hat, aber ganz sicher ist er hier kein Filmstar. Ich könnte dem kaum mehr zustimmen.
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Renate: Nachdem wir klargestellt hatten, das wir zwar Fans sind, ja, aber nur ganz normal verrückt, und im übrigen auch in der Lage sind, uns über etwas anderes zu unterhalten als über den Bean Sean, war aus unserer Ecke in der Bar bald viel Gelächter und eine Vielzahl von Stimmen zu hören. Steve hat einen trockenen Sinn für Humor, Paul spricht wirklich ein ordentliches Deutsch, dass er am Ende des Abends sogar anwendete und Gareth wurde im Lauf der Zeit ganz schön mutig und ging sogar so weit, mich mit dem bösen "P"-Wort zu belegen! Hei! Bitte! Ich bin stolz auf meine Arbeiterklassen-Herkunft! Auf der anderen Seite behauptet er, dass er einen ziemlich guten Yorkshire-Pudding machen kann. Naja. Dann warte nur, Bua, wenn die Zeit reif ist, werde ich Wiedergutmachung verlangen :-)
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Evi:
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Renate: |
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Evi:
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Renate:
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Evi:
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Renate:
Wir mußten immer noch durch die Flughafenkontrollen in Manchester, aber als die erfahrenen Reisenden die wir sind, hatten wir beide Extra-Taschen für das Handgepäck dabei - in Evis waren die beiden großen, signierten Sean-Bean-Bilder und in meiner (der Salamanca Einkaufstasche) eine Mischung aus diesem und jenem, unter anderen auch die paar Teile, die ich als Souvenirs im Sheffield-United-Fan-Shop erstanden hatte - allerlei praktische Dinge, wie Bleistifte mit SU-Logo und so was. Als es dann an mir war, durch den Metalldetektor zu schreiten, tat ich das mit großer Selbstverständlichkeit, ich hatte ja sogar meinen Gürtel aus der Hose gezogen - als ich in der Sekunde, in der ich unter den Bogen trat, plötzlich realisierte, das ich - Kruzitürken - mein Handy total vergessen hatte!!! Zu spät - meine ganze Person began zu piepsen und nun wurde ich wirklich gründlich gecheckt - und noch gründlicher mein Handy. Nachdem wir beide glücklich wiedervereint waren, wurde ich zu meinem Handgepäck geschickt - da stand sie ganz unschuldig, meine große Salamanca-Tasche, bewacht von einer weiteren Security-Person - die mich nun in allerhöflichster Weise bat, doch bitte meine große Tasche zu öffnen? Also, wenn man so gefragt wird, dann macht man dass natürlich, und warum auch nicht? Ich verstaue nie Flaschen oder Messer oder so was in meinem Handgepäck.... waaah! Und was war das? Ungläubig starte ich das Teil an, dass da aus der SU-Fanshop-Plastiktasche zum Vorschein kam - Eine... nein wirklich...länglich, mit einem rot-weiß gestreiften Etikett auf dem "Hendersons Relish" stand... und egal wie man es betrachtete - das war eine Flasche, und keine wirklich kleine, und da war eindeutig eine Flüssigkeit dadrinnen... Flughafen-Bestimmungen bezüglich Flüssigkeiten sind was sie bekanntermaßen sind, und für eine Minute wußte ich wirklich nicht, was ich nun tun sollte? Für's Protokoll: ich habe sogar gefragt, ob ich, vielleicht, das Teil mit mir nehmen könnte? Es sei ja nur ein Souvenir? Aus Sheffield? (Nein.) Nun gut. ich hatte genug über die strengen Flughafen-Sicherheitsvorschriften gehört und freundete mich nun in großer Geschwindigkeit mit dem Gedanken an, mich von meinem Souvenir hier und jetzt zu trennen - nur das die Leute hier oben im Norden wirklich sehr sehr nett sind. Die Security-Lady schlug nämlich vor, meine große Shopping-Tasche einfach mit dem normalen Gepäck einzuchecken. Nachdem sie das zweimal wiederholt hatte, verstand ich auch langsam, was sie da meinte. Ah! Und habe ich wohl irgendwas in der Tasche, was ich auf dem Flug brauchen würde? Auch das wiederholte sie zweimal und half mir dann auch noch ganz groß-schwesterlich wohlmeinend und fürsorglich, die Tasche durchzusehen! Dann begleitete sie mich auch noch zum Eingang des Gepäck-Aufgabe-Schalters. Also, echt, ich schwöre, vor dieser Reise war ich eine kühle und organisierte Deutsche gewesen - und was war ich jetzt? (Nein, bitte nicht antworten!) Der Rest der Reise verlief dann ohne besondere Ereignisse. |
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| Evi: Bevor sie Renate zurück zum Check-in Schalter schickte, erkundigte sich die Dame von der Handgepäckskontrolle bei mir, ob unser Flugzeug schon bald ginge. Sie sorgte auch noch für einen Stuhl, damit das Warten für mich angenehmer sein würde. Das Beobachten von Menschen, die sich der meisten ihrer Kleidungsstücke entledigen mußten, weil die Sicherheitsschleuse nicht aufhörte zu piepen, war doch einigermaßen unterhaltsam. Leider waren keine attraktiven Männer darunter … Dann warteten wir auf die Maschine nach München, und damit wir nicht verhungerten, gab‘s Ofenkartoffeln mit Käse und gebackenen Bohnen. Aber dann war‘s wirklich genug mit Bohnen für ein Wochenende. Ich war so müde, daß ich den Flug fast verschlief und nur zum Essen aufwachte. Auf der Zugfahrt vom Flughafen nach München beschlossen wir, daß wer von uns beiden zuerst zuhause wäre, nur einen einzigen Satz über unser Abenteuer schreiben würde.
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Renate:
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| Alles in allem hoffen wir, dass ihr
unser Abenteuer ebenso genossen habt, wir wir, und wir möchten unseren
Bericht mit unserem eigenen Dank für all die wundervollen Leute und
ihre tolle Gastfreundschaft schließen, der wir auf dieser Reise
begegnet sind. Ihr seid die Besten. 100 %.
Renate und Evi, 24. Dezember 2009
Das Kleid, der Rucksack, der Boromir, die Shopping-Tasche - und die Flasche!
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